der_rote_Hund  
       

Hier gibt es keine Blümchen aber meine Meinung ...

29. Mai 2017

Hunde, ihre Halter und ihre Trainer

Hunde haben kompetente Menschen am anderen Ende der Leine verdient.
Hundehalter haben verantwortungsvolle Züchter/Tierheimmitarbeiter auf der Suche nach dem
passenden Hund verdient.
Hundetrainer verdienen ihr Geld mit der Beratung von Menschen, denen es an Kompetenz um Hunde,
deren Grundbedürfnisse und ihre Erziehung mangelt.

Hunde können oftmals nicht artgerecht leben aber im fairen Umgang, einen angemessenen Platz im
Leben ihrer Menschen besetzen.
Hundehalter müssen nach der Beratung durch Hundetrainer einen, für sie passenden „Zukunft-mit-Hund“-Plan
nach Hause tragen können.
Hundetrainer müssen das Wohl der Hunde ebenso im Auge behalten, wie einen respektvollen Umgang
mit den Hundehaltern im Fokus haben.

Hunde überleben Langeweile, Spielzeugmangel und ernsthafte Gespräche mit ihrem Halter.
Hundehalter, die sich gezielt Zeit für ihren Hund nehmen und Freizeit ohne Hund genießen können,
sind gute Hundebesitzer.
Hundetrainer haben ihren eigenen Stil und entwickeln ihn ständig weiter Sich-treu-bleiben-Seminare
werden dringend bnötigt.

Hunde haben kein ADH oder ADHS … Doch? Ach stimmt, das macht sie doch besonders und dagegen
man halt nichts machen …
Hundehalter finden, die Erziehung ihres Hundes darf die guten Gefühle des Vierbeiners nicht
beeinträchtigen. Naja, Beschäftigung ist doch auch nicht schlecht ….
Hundetrainer sehen ihre eigene Arbeit kritisch und lassen sich von Kollegen auf die Finger schauen.
Wenn sie dafür bezahlen und mich danach gut finden … gerne …

Stimmt es, dass meine Hunde nur halbwegs erzogen sind, da ich meine Rolle als Hundehalter nur halbseiden (gut) ausfülle? Und, ist es wahr, dass ich Hundehalter auch dann mag, wenn sie kein gutes Händchen bei der Hundeerziehung beweisen? Was heißt es, wenn meine Hunde mit Hilfe der Pharmaindustrie ohne Zecken durch das Jahr kommen? Fast vergessen, Praktikum in meiner Hundeschule kostet Geld und steht ausschließlich ausgebildeten Trainern zur Verfügung.
Bin ich jetzt eine gute Hundehalterin, kümmere ich mich gut genug um die Bedürfnisse meiner Hunde und bin ich gar eine kompetente Hundetrainerin, die ihre Kollegen schätzt?
Die einen sagen so, die anderen so! Wer es wissen möchte … man kann mich kennen lernen!



7. März 2017


Hundetrainer – Alleskönner?

Hundetrainer bieten ein breites Leistungsspektrum rund um den Hund. Erziehung und Sozialisierung des Welpen, Weichenstellung für den Gehorsam des Junghundes, Verhaltenskorrekturen beim erwachsenen Hund und Unterstützung bei allen Sonderlingen, deren Verhalten nicht passt oder als unangenehm empfunden wird.

Als wäre mit diesem umfangreichen Dienstleistungsangebot nicht schon ein Tagwerk zu vollbringen, rankt sich um die Stunden und Kurse der Erziehungshilfe ein bunter Reigen an Beschäftigung und Unterhaltung für Hund und Halter.

Der Hundesport, der vor Jahren ausschließlich auf den Hundeplätzen der Ortsvereine angeboten wurde, hat sich gemausert. Obedience und Schutzhundesport bleiben auf den eingezäunten Rasenflächen weiterhin beliebt. Hier wurde das Angebot der Vereine um Longieren und Objektsuche erweitert. Besitzer passionierter Jagdhunde finden ihr Beschäftigungsglück bei der Dummy Arbeit, der Fährtenarbeit oder dem Mantrailen, Hütehunde dürfen den ‚Treibball‘ hin- und herschieben oder ihre Wendigkeit beim Agility unter Beweis stellen. Hotels stellen sich auf Hundehalter und deren Vierbeiner ein und bieten Urlaubsfreuden auf unterschiedlichstem Niveau. Veranstalter organisieren, begleiten und begeistern Menschen für das Wandern, Langlaufski oder Kanu fahren mit Hund. Kleine Hunde lernen Tricks und Kunststücke. Der neueste Trend, das Ziehen von Menschen und Fahrgeräten verschiedenster Art, gewinnt stetig an Popularität bei sportlichen aber auch bei noch nicht so sportbegeisterten Hundehaltern. Dem Trend hinterher oder tatsächlich Freude mit Hund? Mal so, mal so :-).

Wozu braucht man denn jetzt den Hundetrainer,Verhaltensberater und Hundepsychologen? Für die Erziehung. Ach, fast die Coaches vergessen. Die brauchen sich selbst, oder warum ist eine gute Beratung nicht mehr gut genug? Anderes Thema … ;-).

Diese Fachleute stehen aber auch bei der Beschäftigung von Hunden dem Hundehalter und dessen Vierbeiner tatkräftig zur Seite.

Geht das? Kann man hierbei gute Qualität erwarten? Wären hier nicht eher andere Berufssparten
besser geeignet?


Tierphysiotherapeuten und Sportmediziner für die Betreuung aller sportlichen Aktivitäten wie Agility, Longieren, Treibball, Bikejoering, CaniCross und Fahrrad fahren mit Hund? Schließlich sollten die Menschen sich ebenfalls sportlich betätigen und Spaß dabei haben. Sollten nicht Polizeibeamte, die ihre Hunde zur Spurensuche auf professionellem Niveau ausbilden, die sogenannte Nasenarbeit betreuen und Wandertouren von den ortsansässigen Wanderclubs organisiert werden? Sollten Jäger, die ihren Hunden das Finden und Holen von Wildtieren beigebracht haben nicht eher die Apportierarbeit unterrichten?

Perfekt wäre ein Zusammenschluss all dieser Experten für ein optimales Ergebnis. Angepasst auf den Hobbybereich mit angemessenem Anspruch und solider Grundlage. Ein Team, mit einem Profi für jeden Fachbereich. Das wäre professionell.

Das kostet zu viel? Stimmt. Und dann noch das Kompetenzgerangel und der ewige Streit um das Tierwohl, die neuesten Erkenntnisse und die Freude für den Hund, die immer im Vordergrund stehen muss.

Also wird der Hundetrainer auch weiterhin versuchen, im Beschäftigungsbereich eine gute Arbeit zu leisten. Wirtschaftliche Interessen bestimmen in Folge nicht selten die Qualität der Angebote. Hundehalter müssen sich also auch hier gut informieren bevor sie ihre Freizeit und Geld an der falschen Stelle investieren.

Jetzt habe ich doch glatt die Tierärzte vergessen. Immer mehr Tiermediziner drängen in den Markt der Hundeerziehung und Hundebeschäftigung. Hier bekommt man dann zwei Experten in einer Person. Oder nicht? Naja …

Die wenigsten Tierärzte sind ausgebildete Hundetrainer. Ihre berufsbegleitende Ausbildung zum verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierarzt setzt den Fokus auf die Tiere (Hunde, Katzen, Vögel), die eine Verhaltensstörung erkennen lassen. In der Arbeit geht es in Folge nicht um Erziehung, sondern vornehmlich um helfende Muster, das Umlernen hin zu passenderem Verhalten und das Begleiten von Prozessen, die krankheitsbedingtes Fehlverhalten oder unpassende Haltungsbedingungen voraussetzen.

Nun denn Ihr Hundebesitzer. Informiert Euch umfassend, vergesst Euer Bauchgefühl nicht und entscheidet im Vorfeld, was passt und welche Konditionen oder Rahmenbedingungen für Euch nicht in Frage kommen.

Viel Spaß beim Erziehen und Beschäftigen Eurer Hunde auf gutem Niveau mit den Trainern Eurer Wahl.

14. Oktober 2016

Aggressive Tierheimhunde im Resozialisierungsprogramm – endlich oder besser nicht?

Hunde, die im Bereich Aggressionsverhaltenals verhaltensauffällig eingestuft sind und in Tierheimen versorgt werden, haben die unterschiedlichsten Biografien. Weder gleichen sie sich im Alter noch ist das Geschlecht oder das Herkunftsland entscheidend. Unverhältnismäßiger Umgang mit Artgenossen und Menschen hat so viele Gründe, wie es Situation und Vorkommnisse im Leben gibt. Die hochgelobte und oftmals gewünschte Individualität resultiert allerdings auch bei störendem Verhalten in einer bunten Vielfalt und zeigt viele Facetten beim Erleben und Lösen von Konflikten. Jeder auf seine Art und nicht immer so geschickt, um sich anschließend gut zurechtzufinden oder optimal angepasst ein glückliches Leben zu führen.

Soweit nicht gut? Stimmt!

Vor uns steht der beißende Hund, der sich zu/sehr schnell aus der Ruhe bringen lässt oder mit zielsicherer Vorgehensweise gesundheitsgefährdend agiert. Aus einem Leben im Sozialverband mit Menschen kommend, gibt es verschiedenste Szenarien, die zur Abgabe geführt haben. Eventuell wurden bereits im Vorfeld Hundetrainer mit dem Hund beschäftigt, haben ihn live mit dem unerwünschten Verhalten erlebt und ohne Erfolg in ein Anpassungsprogramm gesteckt. Oder die Besitzer blicken auf eine lange Zeit geduldigen Wartens, mit der Hoffnung auf Besserung zurück und haben schlussendlich, aus Selbstschutzgründen, die notwendige Trennung vollzogen. Pauschal über Schuld von unfähigen, unwissenden Hundehaltern zu sprechen ist ebenso selbstgerecht, wie generell zu behaupten, dass diese Hunde gar nicht gefährlich sind und ihre falsch verstandenen Seelchen mit umfänglicher Liebe den Weg zum Glück finden werden.

Auch importierte Hunde aus aller-Herren-Ländermutieren nicht selten vom Opfer zum Täter. Sie werden in unsere Industriegesellschaft hinein gerettet und sollen ohne entsprechenden Erlebnishorizont in unserer Wohn- und Freizeitkulturglückselig werden. Sie müssen mit ungewohnten Umweltbedingungen zurechtkommen und treffen täglich viele Artgenossen – mit und ohne Leine - ohne ihrem Bedürfnis nach Distanz und Begegnungsfreiraum gerecht werden zu können. Wer kann es ihnen verdenken, sich einer Strategie der Abwehr, des ‚sich-Raum-verschaffens‘ zu bedienen, um mit den fremden Lebensbedingungen klar zu kommen? Im Tierheim gilt es, diesen Hunden eine faire Chance auf einen Neustart zu geben - wenn wir denn in einer idealen Welt leben würden. Dann tun wir mal so als ob …:

In jedem Fallbraucht es Tierpfleger, die erfahren und gut ausgebildet sind, mit Zeit und gutenHaltungskonzepten im Rücken,um Hunde bestmöglich unterzubringen, zu versorgen und einzuschätzen. Herausgelöst aus dem Alltag, der zu einer Abgabe geführt hat gilt es, schnell und kompetent ein Profil des Hundes zu erstellen. Schließlich sollen sie in Zukunft angepasster agieren, damiteine sichere Weitervermittlung in ein neues zu Hause möglich ist. Tierpfleger, die jeden Tag mit den Hunden zu tun haben und denen sich Möglichkeiten bieten, die Hunde aus verschiedensten Blickwinkeln zu beobachten, zu erleben und Zeit mit ihnen zu verbringen, können sich in Ruhe ein Gesamtbild machen. Bei guter Zusammenarbeit mit engagierten Ausführern können darüber hinaus weitere Informationslücken geschlossen werden. Das Puzzle ergibt ein aussagekräftiges Profil, eng gebunden an eine Unterbringung in einer kleinen oder größeren Hundegruppe oder, falls es das Verhalten bedingt, vorübergehend alleine. Dieser Umstand führt sehr häufig ohne weiteres Zutun von Erziehungsstunden, zu Verhaltensveränderungen – sowohl positiver als auch negativer Art.

Zwischen den neuen Bezugspersonen im Tierheim und den Hunden entstehen ‚Freundschaften‘, wächst Vertrauen und verändern sich die unwirschen Vierbeiner nicht selten zu kooperationsbereiten und freundlich gesinnten Sozialpartnern. Das bleibt nicht ohne Folgen. Diese Tiere bleiben oft an ihren Ausführern ‚kleben‘. Über Wochen und Monate haben sie sich mit den Chaoten zusammengerauft und vermeintliche Gefahren im neuen Haushalt in alle Richtungen abwägen können.

Zuvor muss sicherlich geprüft werden, welche Verhaltensauffälligkeiten der Hund in den verschiedensten Situationen zeigen könnte. Hierzu kitzelt man übermäßig an den Fußsohlen oder nervt ähnlich der berühmten Klofliege. Das darf man und sollte im günstigsten Fall so lange damit warten, bis der Hund in der bewusst erzeugten „Notsituation“, das Angebot einerihm bekannten stabilen Schulter zum Anlehnen wertschätzen kann. Beim Grenzen ausloten bewegt man sich oftmals in Bereichen, in denen die Begrifflichkeiten ‚fair‘ und ‚sinnvoll‘ mit Abstrichen verwendet werden. Auch ich schaffe hierbei grenzwertige (unfaire) Situationen, um ein Gefühl oder Gewissheit bei der Beurteilung von Unsicherheiten, Stressresistenzen, ‚Arsch in der Hose‘ oder schlichtweg Gefährlichkeit der Testkandidaten zu erhalten.

Und jetzt .. habe ich mit gutem Grund meine Meinung geändert! Nicht, um populistisch zu argumentieren sondern aufgrund der Erfahrung, die ich in verschiedensten Tierheimen machen durfte.

Für mich ist klar, dass eine Resozialisierung im Tierheim nicht möglich ist. Vorstellbar ist es, in bestimmten Bereichen bei guten Rahmenbedingungen und kompetentem Personal, z.B. übersteigertes Aggressionsverhalten mit Artgenossen in bessere Bahnen zu lenken oder Respekt vor Tierheimpersonal in den Köpfen der Hunde zu verankern. Auch gibt es hi und da gute Prognosen, für das eine oder andere Verhalten eine Mäßigung zu erwirken.

Warum dann Resozalisierungsprogramme?

Weil helfen gut klingt und Geld geben die bequemste Art der Unterstützung ist. Es sprudeln die Spendengelder gerade für die Hilfsaktionen, die sich um die schlecht vermittelbaren Randgruppen kümmern ohne eine Besserung versprechen zu können. Letztendlich zählt die eventuelle Aussicht auf eine Vermittlung. Zumindest irgendwie. Mit Maulkorb, bitte an Haushalte ohne Kinder, weit weg von belebten Straßen und gerne an Menschen, die keine weiteren Tiere beherbergen und dem armen Geschöpf viel Aufmerksamkeit schenken ohne dabei nachlässig zu sein – es soll ja bloß nichts mehr passieren.

Wissend, dass die zukünftigen Besitzer nicht nahtlos auf die Verhaltensveränderung, die im Tierheim eventuell erlangt wurde, anknüpfen können, wandert viel Geld in ‚resozialisierende‘ Hundetrainerhände ohne eine Garantie auf nachhaltige positive Effekte des Trainings. Hier melde ich mich offen kritisch und stelle deshalb die Sinnhaftigkeit solcher Programme in Frage.

Bei einer Weitervermittlung der Hunde kommen neue Menschen ins Spiel und es bleibt zu hoffen, dass die Veränderung von Wohnsituation, dem Leben in einer sozialen Gruppe, dem Besitz von Ressourcen und vermehrte Aufmerksamkeit nicht in kürzester Zeit aus dem vermeintlich neuen Paulus wieder einen rotzlöffeligen Saulus zaubern. Die Hunde kippen wieder in ihnen bekannte und bewährte Verhaltensmuster – damit kennen sie sich aus und verbinden damit sehr schnell erfolgreicheMuster im Umgang mit Konflikten und Befindlichkeiten. Oder aber die Besitzer halten sich lückenlos an alle Ratschläge des Tierheimpersonals und sichern das Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied durch vielfältige Maßnahmen ab, um Gefahrensituationen zu vermeiden. Hierzu bedarf es im Vorfeld, also im Tierheim keiner Sondertrainingsstunden.

Meckern und nix tun? Geht schnell und ist einfach. Hier meine Gedanken dazu, wie es gehen könnte:

Tierheimmitarbeiter im Bereich Hunde und Verhalten gut ausbilden und in Tierheimen Strukturen schaffen, in denen Zeit und Raum nicht mehr zu den Ausnahmen sondern zu den Grundlagen einer erlaubten Unterbringung verhaltensauffälliger Hunde gehören. Sofern kompetente Fachleute gesichert nachweisen können, dass Hunde hochgefährlich sind und jede kleine Unachtsamkeit der Halter zu schweren oder schwersten Verletzungen anderer Lebewesen führt, sollte deren Lebenszeit nicht unter Verschluss und ohne den gesunden! Erlebnishorizont (Kontakt zu Artgenossen, Freilauf und unbedarften, ausgelassenen Umgang mit Menschen) verlängert werden. Gibt es eine positive Prognose für den Hund und sollte es die personelle Situation erlauben, kann durch Beschäftigung in Form von Erziehung oder gemeinsamen Aktionen mit dem jeweiligen Spaziergeher (in Gruppen mit anderen, verträglichen Hunden), die Zeit im Tierheim wesentlich netter gestaltet werden und dem Hund ein trister Tierheimalltag, in dem Langeweile nicht selten zu weiteren Verhaltensauffälligkeiten führt, bis zur Weitervermittlung erspart werden. Positiver Nebeneffekt kann dann eine Horizonterweiterung sein, die sich durch angenehme Erlebnisse mit dem Menschen, der unterstützend zur Seite steht, als Wohlgefühl in Kopf und Bauch des Hundes Platz nehmen kann :-)

Kompetent …? Hier atme ich einfach weiter und rege mich nicht auf über alle, die immer wieder meinen, Tierheimmitarbeitern überlegen zu sein, da sie Konzepte gefunden (erfunden) haben, die Hunden den Wiedereinstieg in die Gesellschaft erleichtern. Ich empfinde Schlagworte wie „gewaltlos“ als werbetechnische Finesse und erschaudere bei der Vorstellung einer Ganzkörperumarmung von Fremden. Für mich ist körperliche Nähe eine sehr! persönliche Angelegenheit!! Wehe ein fremder Mensch nimmt mich ungefragt in den Arm, weil er glaubt mir damit zu helfen! Das will keiner erleben … Aber Hunde empfinden das ja eventuell ganz anders …?

Wie kann jedermann helfen?

Ich finde, man kann sich wunderbar einbringen, indem man Hundehalter, die sich ein Zusammenleben mit diesen ‚intensiven‘ Hunde zutrauen, im Alltag unterstützt. Oftmals sind sichernde Absperrvorrichtungen und Außenzwinger nötig. Diese kosten Geld und der Ein- oder Aufbau ist alleine schwer(er) zu stemmen. Helfen kann man auch bei der Unterbringung der ‚Sonderlinge‘ im Krankheitsfall oder man bietet direkte finanzielle Unterstützung beim Hinzuziehen von Fachleuten, falls es notwendig scheint. Die Arbeit mit Hunden von Hundesachverständigen, die ihr Wissen weitergeben, kostet Geld und kann nicht ständig gratis angeboten werden. Weder für Tierheime noch für Hundehalter. Wer arbeitet denn in seinem gelernten Beruf ständig unentgeltlich, weil andere Menschen Not haben?

Wie fängt man an?

Wer möchte, kann konkrete Hilfe anbieten und im Tierheim nachfragen, ob es Hundehalter gibt, die bei der Haltung von ‚schwierigen Hunden‘ Unterstützung benötigen. Gerne genommen werden Zeit, handwerkliches Geschick, Baumaterial oder Spaziergeh-Begleitung. Hier ist sinnvolle Hilfe vor Ort möglich und jeder kann selbst entscheiden, wem er welche Unterstützung anbieten möchte. Man sieht, erlebt und begleitet Menschen und Hunde, die sich auf einen besonderen Weg machen. Auch kleine Gesten, können bewegen.

Und was mache ich?

Mit offenen Augen durch die Welt gehen und im Einzelfall entscheiden, wie und wo ich tatsächlich helfen kann, wenn ich helfen möchte.

Helfen kann Spaß machen und muss kein Geld kosten! Viel Freude beim Anpacken und Gesicht zeigen!






30. August 2016

Wenn man nichts sagt …
… ist oft viel gesagt aber nicht immer viel gewonnen.

Im zwischenmenschlichen Umgang hilft es, Gedanken und Gefühle in Worte zu packen. Das verschafft dem Gegenüber Klarheit darüber, wie es einem geht, was man braucht oder was man nicht leiden kann. Möchte man in den Arm genommen werden, ein klärendes Gespräch führen oder benötigt man Zeit alleine.

Kindern lernen sich in dieser Form zu äußern, damit ihre Tage prall gefüllt bleiben mit Spaß, Süßigkeiten, Geschenken, Freiheit, Abenteuer und Müßiggang. Sie formulieren egoistische Ziele und versuchen, oftmals sehr kreativ, eine sofortige Verbesserung unerquicklicher Situationen zu erwirken. Wunderbar gesund aber nicht immer im Einklang mit den Gefühlen oder Wünschen anderer Menschen oder im Rahmen bestehender Zwänge und Vorschriften.
Die kleinen Prinzessinnen und Prinzen müssen schlussendlich erfahren, dass besserwissende Menschen gegenteilig handeln und entscheiden. Kein gutes Gefühl für die betroffenen Seelchen aber oftmals unvermeidlich. Der, der es tatsächlich besser weiß, schützt, hilft und korrigiert den Unerfahrenen, wohlwollend auf dem Weg zu einem sicheren und glücklichen Leben. Weitblick und Erfahrung sind Werte, die Kinder im Konflikt nicht zu schätzen wissen. Macht aber nix.

Erwachsene Hundebesitzer, und das hat nichts mit deren Alter zu tun ;-), treffen über die Köpfe ihrer Hunde hinweg, Entscheidungen. So, wie es einzelne Situationen und ein reibungsloses Zusammenleben erfordern. Dabei sollte der Rücken gerade bleiben und Standpunkte klar vertreten werden. Im alltäglichen Umgang mit Hunden darauf zu hoffen, dass sie ihr Verhalten verändern, um mich glücklich zu machen oder gar aus Liebe zu mir weniger Platz beanspruchen ist eine zugegeben schöne und romantische Vorstellung. Ab damit in die Phrasenkiste und weg.

Hunde bewerten unser Tun und unsere Haltung. Was brauchen sie von uns, um einen weiteren perfekten Tag in ihrem ‚hier-und-jetzt-Leben‘ zu rocken? Grenzen und Widerstände stehen sicher nicht an erster Stelle ihrer Hitliste. Genau die braucht es aber, um den Gasthunden in unserem Leben, den von uns angedachten Platz zuweisen zu können. An unserer Seite, zu unseren Konditionen. Wie sonst können wir einen perfekten Tag ohne unnötigen Ärger mit Hund erleben?

Wir Menschen benötigen eine Vorstellung davon, wie ein guter Tag mit Hund aussehen kann. Dazu brauchbare Ideen zum bestmöglichen Tun bei Fehlverhalten der Vierbeiner und viel Lust auf Leben.

Und wie das funktioniert? Vielleicht mit Hunden aus dem Tierheim spazieren gehen, bei befreundeten Hundebesitzern erleben, wie sich Alltag mit Hund darstellt, auf einer Hundewiese unterwegs sein oder an einer Hundeschulstunde teilnehmen – ohne Hund.  Also all das, noch bevor man selbst einen Hund besitzt. Hunde muss man fühlen und erleben. Bücher und DVDs vermitteln nur Theorie und sind nicht in der Lage, die Freude und alle anderen Gefühlslagen, die Hundehaltung in ihrer Gänze ausmachen, zu vermitteln.

Vernunft? Das ist ein anderes Thema …:-)

Viel Spaß mit Hund!